Was ist das Toilettenverweigerungssyndrom (TVS)? x

Manche Kinder wollen den Stuhl weiterhin in die Windel absetzen, obwohl sie für den Harnabsatz bereits die Toilette oder das Töpfchen verwenden. Wenn dieser Zustand länger als 1 Monat anhält, spricht man vom Toilettenverweigerungssyndrom (Christophersen und Edwards, 1992). Dieses Verhalten tritt meist im frühen Kindesalter auf, typischerweise während der Sauberkeitserziehung (Taubman et al., 2003). In diesem Alter ist das TVS meistens ein Vorübergehendes Phänomen. Nur in den seltensten Fällen bleibt es für mehrere Jahre. Etwa ein viertel der Kleinkinder ist davon betroffen (Taubman, 1997).

Wie kommt es dazu? x

Es gibt bestimmte Risikofaktoren, die eine Entstehung begünstigen. An erster Stelle steht hier die Verstopfung. Bei 50-60% aller betroffenen Kinder liegt eine Verstopfung vor bzw. geht dem TSV voraus (Blum et al., 1997; Niemczyk et al. 2014). Aufgrund der schmerzhaften Erfahrung beim Stuhlgang bevorzugen die betroffenen Kinder die Windel. Sie setzen den Stuhl lieber in einer anderen, für sie bequemeren Position ab.

An zweiter Stelle steht ein Beginn der Sauberkeitserziehung nach dem 42. Lebensmonat. Dieser kann die Wahrscheinlichkeit erhöhen (Blum et al., 2004).

Wie wird das Toilettenverweigerungssyndrom behandelt?

Als erstes sollte abgeklärt werden, ob das betroffene Kind unter einer Verstopfung leidet. Wenn diese besteht, muss diese als erstes behandelt werden. Weiters ist es wichtig, das Alter und eventuelle weitere Probleme des Kindes zu berücksichtigen.

Kleinkinder

Zur Entlastung der Eltern wird bei Kleinkindern empfohlen, diesen wieder eine Windel anzuziehen. In diesem Alter bildet sich das TVS in den meisten Fällen binnen 6 Monaten wieder zurück (Taubman, 1997).

Wenn die Probleme mit einer verspäteten Sauberkeitserziehung zusammenhängen, sollte ein gezieltes Toilettentraining gestartet werden und das Kind langsam an die Toilette gewöhnt werden (Taumann et al., 2003).

Ältere Kinder

Bei älteren Kindern sind neben einem Toilettentraining oft weitere, verhaltenstherapeutische Maßnahmen notwendig. Richtiger Ansprechpartner wäre hier ein Kinderpsychologe.