Akute Verstopfung bei Kindern – Die häufigsten Ursachen

Verstopfung bei Kindern ist sehr häufig. Man kann davon ausgehen, dass rund 12% aller Kinder in ihren ersten Lebensjahren Symptome einer Verstopfung haben. Etwa 3% der Kinderarztbesuche erfolgen aus diesem Grund. Studien zeigen, dass akute Bauchschmerzen bei Kindern zu 20–30% durch eine akute Verstopfung hervorgerufen werden. Auch Kinder mit einer Stuhlinkontinenz (Enkopresis) leiden ursächlich häufig an einer Verstopfung (Claßen, 2018). Doch wie kommt es zu dieser Verstopfung? Welches sind die häufigsten Ursachen?

Bild: Comic eines Mädchens mit Sprechblase. In der Sprechblase befindet sich ein böse schauenden Kothäufchen.

Schmerzhafte Erfahrung

Schmerzhafte Erfahrungen stehen an erster Stelle bei den Auslösern einer Verstopfung. Oft ist das Problem darin begründet, dass der Stuhlabsatz des Kindes einmal als unangenehm bzw. schmerzhaft empfunden wurde. Vielleicht war der Stuhl etwas härter als sonst, z.B. durch:

  • Zu viele stopfende Lebensmittel
  • Zu wenig Flüssigkeit bzw. Austrocknung (Dehydratation)
  • Aktives Zurückhalten
  • Fieber
  • Beikostbeginn
  • Inadäquates Toilettentraining

Oder durch schmerzhafte Erkrankung des Anus:

  • Windeldermatitis (Wunder Po)
  • Streptokokken-Infektion im Analbereich
  • Verletzungen bzw. Fissuren im Analbereich
  • Lichen sclerosus et atrophicans

Verstopfung durch aktives Zurückhalten

Es gibt Situationen, in denen Kinder ihren Stuhl aktiv zurückhalten. Durch dieses Zurückhalten kann es zu härterem Stuhl bzw. einer akuten Verstopfung kommen. Dieser Stuhl kann Schmerzen verursachen und somit Startpunkt für den Teufelskreis einer chronischen Verstopfung darstellen. Doch warum halten Kinder ihren Stuhl zurück?

Zum Beispiel auf Grund von:

  • Nicht Verfügbarkeit einer Toilette x
  • fehlende Ruhe für den Stuhlgang x
  • Änderungen im bekannten Tagesablauf und somit Durcheinandergeraten der üblichen „Klozeiten“
  • Toilettenangst, Toilettenphobie
  • Autonomiephase
  • Irritationen beim Sauberwerden (z.B. zu früh begonnenes Sauberkeitstraining)
  • Stress, egal ob negativ (Distress) oder positiv (Eustress)
    • Besonders aufregenden Ereignissen (z.B. Adventszeit, Weihnachten, Ostern, Geburtstag)
    • Urlaub
    • Kindergartenstart
    • Änderungen in der Umgebung des Kindes
    • Änderungen im bekannten Tagesablauf
    • Umzug
    • Erneute Berufstätigkeit der Hauptbezugsperson
    • Änderung der Betreuungsperson
    • Änderungen im sozialen Umfeld
    • Scheidung
    • Geburt eines Geschwisterchens x